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Bianca Vogelmann ist deutsche Vize-Meisterin

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Geschrieben von: Bernd Baur   
Mittwoch, 25. September 2019

               

Einen solch großen sportlichen Erfolg hat sich Bianca Vogelmann vielleicht insgeheim erhofft, aber nicht wirklich damit gerechnet. Umso größer war die Freude der 45-jährigen Sportschützin aus Schwendi, als sie unlängst bei den Deutschen Meisterschaften der Schützen in der Altersklasse Damen 2 den Vizemeister-Titel erkämpfte.

Auf der Schießanlage des Olympiaschießzentrums in München schoß Bianca Vogelmann mit dem Luftgewehr 610,7 Ringe mit 60 Schuß – ein sehr gutes Ergebnis, das ihr als neue Deutsche Vizemeisterin den Podestplatz einbrachte.

Relativ entspannt sei sie vor dem Wettkampf in München gewesen, erzählt Bianca Vogelmann. Allerdings nur bis zu dem Zeitpunkt, als der Hallensprecher der riesigen Schießanlage in München die Teilnehmer über den Schießmodus bei den Deutschen Meisterschaften 2019 aufklärte.

60 Schuß in 75 Minuten mussten abgegeben werden. „Dies gilt seit diesem Jahr, das habe ich nicht gewusst“, zeigte sich die Hobbyschützin, die an der Kaufmännischen Schule in Ehingen als Lehrerin arbeitet, schon etwas überrascht ob dieser Neuerung. Denn sie war es gewohnt, bei Wettkämpfen 40 Schuß in 50 Minuten mit dem Luftgewehr abzufeuern.

Letztendlich sei es eine Frage der Konzentration, wenn der Wettkampf länger dauert, deutet Bianca Vogelmann auf diesen wichtigen Faktor beim Schießen hin. Weil sie im Training aber hin und wieder sechs Schußserien in 75 Minuten eingeübt hatte, ging sie doch mit optimistischer Gelassenheit in den Wettkampf.

Daumen hoch vom Ehemann

Und das Ergebnis sollte die derzeit gute Form der Schwendierin mit einem Erfolg krönen. Nach 20 Schuß (jeder Schuss wird auf Zehntel abgelesen, höchste Wertung 10,9) in zwei Serien lag Bianca Vogelmann bei 26 Teilnehmerinnen in der Kategorie Damen 2 auf dem vierten Platz.

Dass sie zu diesem Zeitpunkt zu den besten Schützinnen der Konkurrenz zählte, wußte Bianca Vogelmann nicht. „Ich habe auf dem kleinen Monitor an meinem Schießplatz nur meine Ergebnisse gesehen“, blickt sie zurück. Die große Leinwand mit dem Zwischenstand nach jeder Serie hatte Bianca Vogelmann nicht im Blick. Dass es für sie gut läuft, bekam sie aber von außen signalisiert.

Vier Mal Daumen hoch von ihrem Ehemann Holger und ihrem Trainer Uli Müller – ein untrügliches Zeichen, dass die 45-Jährige auf Medaillenkurs lag. „Obwohl ich mit mir selber zu diesem Zeitpunkt nicht zufrieden war“, sagt Bianca Vogelmann. Ein gutes Gefühl stellte sich bei ihr aber im Laufe der nächsten Schußserien ein. „Das kann eine gute Platzierung werden“, waren ihre Gedanken. Und damit lag sie absolut richtig.

Bisher größter sportlicher Erfolg

Als sie ihren 60. Schuß abgegeben hatte und dieser in die Computerwertung eingespeist war, lag sie sogar auf dem ersten Platz. Bei noch zwei verbleibenden Schützinnen, die ihren Wettkampf noch nicht beendet hatten. „Platz drei war mir sicher“, freute sich Bianca Vogelmann.

Weil sie von der zwölffachen Weltmeisterin Sonja Pfeilschifter (628,6 Ringe) überholt wurde, war es am Ende der Deutsche Vizemeister-Titel. „Ich habe es nicht fassen können. Du denkst, das kann doch nicht sein“, schildert Bianca Vogelmann, was in ihr vorging. Als sie bei der Siegerehrung am Abend die Medaille mit dem schwarz-rot-goldenen Band in Empfang nahm, „wußte ich, dass der zweite Platz ganz offiziell war“.

Für die Hobbyschießsportlerin aus Schwendi war dies der bisher größte sportliche Triumpf mit dem Luftgewehr. Und auch ihr Heimatverein, der Schützenverein Gebrazhofen, für den sie seit 26 Jahren schießt, hatte bisher noch keinen solchen Erfolg auf nationaler Ebene vorzuweisen. Kein Wunder, dass Alfons Kraft, Vater von Bianca Vogelmann und Vorsitzender des Schützenvereins, bei der freudigen Nachricht aus München ganz aus dem Häuschen war.

Erschienen in der Schwäbischen Zeitung am 24.09.2019 - Bernd Baur

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